Warnhinweise für Kunststoff: Warum auch Zigaretten betroffen sind

Ab Juli 2021 werden in der Europäischen Union (EU) im Rahmen der sogenannten Richtlinie über die strategische Umweltprüfung (SUP-Richtlinie) Einwegprodukte aus Kunststoff verboten. Diesen Beschluss fasste das Bundeskabinett am 10. Februar 2021 in der Einwegkunststoffkennzeichnungsverordnung (EWKKennzV) zusammen. Viele weitere Produkte, die entweder aus Kunststoff gefertigt sind oder solch einen Anteil haben, sind dennoch zulässig. Diese sollen zukünftig mit einem besonderen Warnhinweis gekennzeichnet werden. Der Hinweis wird vor Umweltschäden, die durch kunststoffhaltige Artikel verursacht werden, warnen.

Kunststoffhaltige Produkte müssen ab dem 03. Juli 2021 den besagten Warnhinweis in das Verpackungslayout integrieren. Neben Hygieneprodukten müssen auch Zigarettenschachteln diesen Hinweis auf ihrer Verpackung tragen. Denn viele Tabakprodukte werden mit einem kunststoffhaltigen Filter verkauft. Hinzu kommen noch kunststoffhaltige Filter, die für die Verwendung von Tabakprodukten zum Verkauf angeboten werden.

Was das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Detail plant, was das für Zigaretten und Zigarettenschachteln bedeutet und wie der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) und der Deutsche Zigarettenverband (DZV) zu dem Sachverhalt stehen, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Das planen Bundesregierung und EU zur Kennzeichnung von Kunststoffprodukten

Kunststoffe finden nicht nur ihren Weg in den Mülleimer oder ins Recycling. Hygieneprodukte, To-Go-Becher oder Zigaretten werden oft auf Gehwege und öffentliche Plätze geworfen – teilweise landen sie sogar im Abwasser. Produkte aus Kunststoff und Produkte, die einen gewissen Anteil an Kunststoff enthalten, sind damit ein Umweltproblem. Aus diesem Grund beschloss die EU mit der SUP-Richtlinie, einen großen Teil von Wegwerfprodukten ab dem 03. Juli 2021 zu verbieten. Produkte, die Kunststoff enthalten, die noch nicht verboten sind, werden in Zukunft ein Label tragen. Dieses wird auf die Umweltschäden, die der Artikel verursacht, hinweisen.

Passend dazu verabschiedete das Bundeskabinett das sogenannte EWKKennzV, das noch den Bundestag und den Bundesrat passieren muss. Auf diese Weise soll die Gesellschaft mithilfe klar erkennbarer Hinweise für den bewussteren Umgang mit Kunststoffen sensibilisiert werden. Das BMU erhofft sich davon, dass deutsche Bürger und Bürgerinnen zukünftig auf den Kauf von Wegwerfprodukten vermehrt verzichten.

Für Hersteller gilt bis zum 03. Juli 2022 eine Übergangsfrist. Während dieser Zeitspanne können an betroffene Produkte nicht ablösbare Aufkleber angebracht werden. Die Kennzeichnung von Artikeln lässt sich dann ohne größeren Aufwand durchführen. So können Artikel ohne großen Mehraufwand gekennzeichnet werden. Außerdem versucht man damit zu verhindern, dass Ware, die eigentlich gebrauchstauglich ist, umsonst vernichtet wird.

 

Wie werden die Warnhinweise aussehen?

Ungekennzeichnete Produkte werden ab dem genannten Stichtag im Juli 2021 nicht mehr produziert. Stattdessen müssen kunststoffhaltige Artikel den Warnhinweis deutlich erkennbar in ihrem bestehenden Verpackungslayout tragen.

Dafür sieht die EU neben einem Piktogramm auch einen Text zur Kennzeichnung vor. Der Verbraucher soll auf diese Weise sofort erkennen können, warum das jeweilige Produkt umweltschädlich ist. Auf den Bildern, die die Europäische Kommission als Beispiel mit der SUP-Richtlinie veröffentlicht hat, ist die Umsetzung leicht nachzuvollziehen: Es wird visuell deutlich gemacht, dass man Zigaretten mit Kunststofffiltern nicht wegschmeißen sollte, da diese Natur und Tieren schaden kann. Der Text „Filter enthält Kunststoff“ fasst den Hinweis noch einmal schriftlich zusammen.

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Wie hängen Zigaretten und Kunststoff zusammen?

Die Filter, die für Zigaretten genutzt werden, bestehen auch zu einem gewissen Bestandteil aus Zelluloseacetat. Dieses Acetat ist sehr langlebig und zersetzt sich sehr langsam – oft über mehrere Jahre hinweg. Es verringert die Giftstoffe, die bei der Verbrennung entstehen.

Wer Zigaretten achtlos wegschmeißt, sorgt schlussendlich dafür, dass vom Filter gesammelte Rückstände in die Erde und ins Grundwasser gelangen. Bei der Vielzahl an Zigarettenstummeln, die ihren Weg auf Straßen und öffentlichen Plätzen findet, kann man den Umweltschaden nur erahnen. Auch aus diesem Grund entschied sich die EU dazu, Zigarettenfilter mit in die SUP-Richtlinie aufzunehmen.

 

Was sagen BVTE und DZV zum Warnhinweis für Kunststoff?

Der Deutsche Zigarettenverband teilt in seinem Statement mit, dass viele Hersteller und Zulieferunternehmen bereits an Alternativmaterialien arbeiten. Laut der DZV könnte diese Innovations- und Weiterentwicklungsbereitschaft leiden, wenn diese weitere Abgaben bezahlen müssen. Dazu musst du wissen, dass die deutsche Regierung schon seit Längerem  plant, die Tabakindustrie bei den Kosten für die Beseitigung und Verwertung von Zigarettenmüll miteinzubeziehen. Die EU-Richtlinien könnten dieses Vorhaben wieder aufgreifen.

Auch der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse geht davon aus, dass ein Großteil dieser Reinigungskosten auf die Hersteller und Zulieferunternehmen abgewälzt wird. Laut BVTE unterstützt die Industrie bereits freiwillige Maßnahmen und Aufklärungskampagnen hinsichtlich Umweltverschmutzung und Zigarettenmüll – dazu zählt beispielsweise die BVTE-Aktion „Ich kann was einstecken“, bei der Taschenaschenbecher verteilt werden.

 

Warnhinweise für Kunststoff: Zigaretten nur eingeschränkt betroffen

Klar ist, dass die Umwelt unbedingt unterstützt und Kunststoffmüll – egal in welcher Form – reduziert werden muss. Auch Heintz van Landewyck ist sich diesem Umstand bewusst und arbeitet an Produkten, aber auch Lösungen, die weniger Kunststoffe enthalten und die Umwelt schonen. Bereits im Juli 2021 bieten wir an Verkaufsstellen unseren hochwertigen grünen Taschenascher Energy an, mit dem Zigarettenstummel einfach verwahrt werden können. Die Warnhinweise für kunststoffhaltige Produkte und die Abschaffung von Produkten aus Kunststoff sind wichtige erste Schritte, um dieses Ziel zu erreichen. 

Zigaretten und Zigarettenschachteln sind erst einmal nur von der Kennzeichnung, die in der SUP-Richtlinie betroffen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob man Alternativlösungen für Zigarettenfilter aus Zelluloseacetat findet und auf dieses Acetat der Umwelt zuliebe gänzlich verzichten kann.

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